Die Petruskirche in Bürrig

Nachdem bereits seit 1955 die „kirchliche Notlage“ im vierten Bezirk unübersehbar geworden war, begann noch 1956 die Planung einer Kirche mitsamt Gemeindezentrum in Bürrig. Zunächst wollte man eine Kirche an der Ecke v.-Ketteler-Straße / Rüttersweg bauen, was jedoch am Widerstand der katholischen Kirchengemeinde scheiterte. So bot die Stadt ein Grundstück am Reuschenberger Weg / Stresemannplatz zur Bebauung an. Ein Teil konnte zusätzlich von der Familie Paffrath erworben werden.

So fanden sich dort am 7. Dezember 1957 zahlreiche Ehrengäste und eine große Anzahl von Gemeindegliedern ein, um die feierliche Grundsteinlegung für die Petruskirche mitzuerleben. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Petruskirche bereits am 19. Oktober 1958 eingeweiht werden. In einem feierlichen Akt übergab der Architekt Dr. Hentrich den Schlüssel an Oberkirchenrat Rößler, der ihn an Pfarrer Gustorff weiterreichte.

Nach dem Gottesdienst überbrachte Oberbürgermeister Wilhelm Dopatka die Grüße von Rat und Stadtverwaltung, in deren Namen er eine Spende zur Ausgestaltung der Kirche übergab. Eine von Bundespräsident Heuß gestiftete Altarbibel wurde der Gemeinde überreicht, deren eigenhändige Widmung den Text aus Matthäus 24,14 trägt.

Die Petruskirche stellt einen modernen Kirchbau dar. Der Grundriss der Kirche basiert auf einem gleichseitigen Sechseck mit einer Seitenlänge von 14 m - dabei 28 m lang und 19 m hoch. Innen wie außen ist sie einem Zelt nachempfunden - was durch die heruntergezogenen Dreiecksflächen der Glaswände und das Zeltdach betont wird. Die Architekten Dr. Hentrich und Dipl.-Ing. Petschnigg aus Düsseldorf wollten damit in deutlicher Symbolsprache die christliche Gemeinde als das wandernde Gottesvolk versinnbildlichen - Kirche Jesu Christi soll nach dem Willen Gottes eine innerlich und äußerlich bewegliche Gemeinschaft der Glaubenden sein, unterwegs zu den anderen Menschen wie Jesus Christus mit der Botschaft der Liebe Gottes. Der ursprünglich vorhandene Fußboden der Kirche, der mit dem heute noch auf dem Vorplatz zu sehenden Blaubasalt gepflastert war, unterstrich noch, dass die Kirche auf den Wegen dieser Welt unterwegs sein soll. Das Evangelium sollte auf die Straße gebracht werden.